Raiffeisenbank Rehling weiter auf Wachstumskurs

Rehling (at). Einen solch riesigen Ansturm bei der diesjährigen Generalversammlung der Raiffeisenbank Rehling hatten die Verantwortlichen nicht erwartet. 257 Genossenschaftsmitglieder, genau 100 mehr als noch im letzten Jahr, strömten trotz Sommerwetter in die TSV- Sporthalle in Oberach, die noch schnell nachbestuhlt werden musste, um den vielen Mitgliedern Platz zu bieten.

Was war der Grund für dieses außergewöhnliche Interesse? War es der auf dem Programm mit angekündigte Kabarettist Silvano Tuiach, die glänzende Überraschung, der geänderte Programmablauf oder waren es letztendlich doch die Zahlen, die hier vom Geschäftsjahr 2017 verkündigt wurden und neugierig machten? Erfreulich war es allemal, dass sich so viele Mitglieder für den Bilanzabschluss interessierten und sie bekamen zum wiederholten Male wieder sehr positive Zahlen vorgelegt. Aufsichtsratsvorsitzender Klaus Jakob konnte in seiner Begrüßung wieder eine lange Liste von Ehrengästen und Honoratioren aus Rehling und Hollenbach willkommen heißen, bevor Vorstand Christian Baumeister den Geschäftsbericht präsentierte.

Er sprach eingangs von einem wiederum sehr bewegten Jahr sowohl mit vielen politischen Themen wie auch in der Finanzbranche, die auch in Zinspolitik keine Besserung zu den letzten Jahren brachte. „Trotz schwieriger Marktbedingungen ist es uns gelungen, auch für 2017 einen erfolgreichen Abschluss vorzulegen“ so Baumeister. Dieser ging auch kurz auf die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland ein oder auch auf die allgemeine Finanzmarktentwicklung und die daraus sich entwickelte Auswirkungen für die Kunden. Nachfrage nach Kreditfinanzierungen mit langer Zinsbindung (bis 30 Jahre), keine Zinsen für kurzfristige Anlagen, was viele Sparer zum Umdenken bewegt und das Geld in Investmentfonds, Wertpapiere, Aktien oder in Gold anlegen. „Gold ist Geld – alles andere ist Kredit, so eine Aussage eines US- Bankers. Zum Thema Gold gab es bei der Versammlung auch eine kleine Überraschung für die Genossenschaftsmitglieder. Unter Schutzbegleitung gab es bei der Versammlung nämlich einen echten Goldbarren mit einem Gewicht von 12,5 Kilogramm zu bestaunen und auch mal in die Hand zu nehmen. Der Wert dieses Goldstückes immerhin fast 500 000 Euro. Die Raiffeisenbank Rehling wird am 24. Oktober einen „Goldtag“ für die Bevölkerung präsentieren und mit einigen Überraschungen aufwarten.

Wie schon die letzten Jahre, so können die Kunden der Rehlinger Bank auch weiterhin auf eine solide Bank mit sicherem Einlagenschutz setzen. Mit den vorgelegten Zahlen hat die Raiffeisenbank Rehling bei der Ratingnote mit A++ wieder die Bestnote vom Verband erhalten. Steigerungsraten gab es in fast allen Bereichen (siehe auch separate Übersicht). Um 5,8 Prozent gestiegen ist die Bilanzsumme auf nunmehr 248,7 Millionen Euro. Um 4,4 Prozent stieg das Kreditvolumen auf 192,8 Millionen Euro, hier profitiert die Bank auch von der hohen Investitionstätigkeit in der Region. Rechnet man noch die weiteren Kredite dazu, die über die Verbundpartner noch betreut werden, liegt das Gesamtkreditvolumen sogar bei 233 Millionen Euro (Plus von 5,3 Prozent). Trotz Niedrigzinspolitik haben die Kunden der Rehlinger Bank auch ein schönes Sümmchen an Einlagen deponiert, hier steht ein Volumen von 151,6 Millionen Euro in der Bilanz, eine Steigerung von 2 Prozent. Zusammen mit weiteren Anlagen von Fonds und Aktien etc. liegt dieser Gesamtwert vom Einlagevolumen sogar bei 255 Millionen Euro, gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung von 6,5 Prozent.

Weitere Aktiva bilden die Kasse und das Bankguthaben (10,096 Mill.), Wertpapiere (35,764 Mill.) Grundstücke, Gebäude, Geschäftsausstattung (1,663 Mill.), Beteiligungen einschl. dem neuen Raiffeisen-Agrar-Zentrum in Motzenhofen) (7,047 Mill.) und Sonstiges mit 1,35 Millionen Euro.

Auf der Passivseite stehen ganz oben die aufgenommenen Kredite mit 66,937 Millionen Euro, die Geschäftsguthaben und Rücklagen (15,199 Mill.). Fonds für allgemeine Bankrisiken (12,720 Mill.) und sonstige Rückstellungen (2,084 Mill.)

Bei der Gewinn- und Verlustrechnung sind als größte Posten zu nennen:  719 000 Euro an bezahlten Steuern, Zinsen für die Kunden mit 1,3 Millionen Euro, Sachkosten  mit 999.000 Euro und Personalkosten mit 2,3 Millionen Euro. Positiv für die beiden Gemeinden Rehling und Hollenbach ist die Gewerbesteuer mit insgesamt 310 000 Euro, die an die beiden Gemeinden fließt, dazu kommen 353 000 Euro an Körperschaftssteuer und Kapitalertragssteuer, Soli und Grundsteuer mit 56 000 Euro. Positiv entwickelt hat sich auch die Mitgliederzahl, die um 23 auf aktuell 3 680 Genossenschaftsmitglieder gesteigert werden und diese halten zusammen 19.518 Anteile mit einem Geschäftsguthaben in Höhe von 1 951 800 Euro.

Von hoher Bedeutung für eine Bankenbewertung ist die Eigenkapitalausstattung. Diese ist Voraussetzung für Kreditvergaben und sichert die Einleger bei unvorhergesehenen Krisen. Als Vergleich wird dabei das erwirtschaftete versteuerte Eigenkapital hergenommen, dies beträgt für die Rehlinger Bank 27,5 Millionen Euro. Im Verhältnis zur Bilanzsumme ergibt dies einen Wert von 11,07 Prozent und damit liegt man deutlich über dem Schnitt mit 9,75 Prozent. Was natürlich die Genossenschaftsmitglieder immer interessiert, ist die Ausschüttung vom Bilanzgewinn, also die Dividende.  Der ausgewiesene Bilanzgewinn liegt bei 199 521 Euro und dafür wird eine unveränderte Dividende in Höhe von 5 Prozent ausgeschüttet. Bedeutet bei maximal 7 Geschäftsanteilen 35 Euro. Der Restbetrag (102 026 Euro) wird den Rücklagen zugeführt.

Christian Baumeister ging auch ausführlich auf das Warengeschäft vom Raiffeisen-Agrar-Zentrum Lech-Paar GmbH & Co.KG ein. Dies stellt, so wörtlich, ein wichtiges Geschäftsfeld der Bank dar und es zeigt die Verbundenheit mit der Landwirtschaft, sind aber auch mit der Versorgung von Heizöl in vielen Haushalten unterwegs. Das neue Lagerhaus in Motzenhofen hatte mit der Ernte 2017 seine erste Bewährungsprobe und diese auch mit Erfolg gemeistert. In 2017 wurde ein Gesamtumsatz (Motzenhofen, Rehling und Aindling) in Höhe von 17,9 Millionen Euro erreicht, ein Plus von 8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der größte Umsatz liegt weiterhin beim Getreide (4,7 Mill. – eine Menge von 27 562 Tonnen), es folgen Düngemittel (2,5 Mill.), Futtermittel (3,7 Mill.), Heizöl und Diesel (3,7 Mill.), Pflanzenschutz (1,3 Mill.), Saatgut 1,2 Mill Euro).

Dieser Neubau am westlichen Ortseingang von Motzenhofen wurde im Mai 2017 eingeweiht. Die riesigen Getreidesilos waren gleich in der ersten Ernte randvoll, man konnte 7 230 Tonnen Getreide und 1 430 Tonnen Raps erfassen bei einer Lagerkapazität von 6 000 Tonnen. Zudem wurden allein hier rund 4 175 Tonnen Dünger und für 380 000 Euro Pflanzenschutzmittel umgesetzt – der positive Erfolg in allen Bereichen bestätigt die Entscheidung für den Neubau, so Christian Baumeister.

Dieser ging auch noch auf die zuletzt mit 25 Teilnehmern durchgeführte Gruppenreise nach Namibia ein und dazu wurden eindrucksvolle Bilder gezeigt. Das Ziel für 2019 ist auch schon in Planung, vom 7. bis 14. Mai 2019 soll die Flugreise nach Sizilien gehen. Hierzu gibt es im Oktober noch einen Informationsabend. Aus dem Gemeindebereich Rehling und Hollenbach haben auch wieder viele Vereine profitiert, die mit Spenden aus dem Topf des Gewinnsparens bedacht wurden. Die Spenden in Rehling (gesamt 8 000 Euro) gingen an TSV Rehling 1 500 Euro, Freiw. Feuerwehr 1 250 Euro, Schützenverein 1 000 Euro, Musikverein 500 Euro, Bürgerhilfe 1000 Euro, Pfarrkirche 700 Euro, Grundschule 550 Euro, Kindergarten 300 Euro, Obst- und Gartenbauverein 250 Euro, Bücherei 400 Euro, Frauenbund 250 Euro.  

Die Spenden in Hollenbach in Höhe von ebenfalls 8 000 Euro gingen an den FC Igenhausen 1 000 Euro, TSV Hollenbach 1 750 Euro, Freiw. Feuerwehr Hollenbach 750 Euro, Freiw. Feuerwehr Schönbach 500 Euro, Freiw. Feuerwehr Mainbach 500 Euro, Freiw. Feuerwehr Igenhausen 500 Euro, Freiw. Feuerwehr Motzenhofen 500 Euro, Kirchenstiftung Hollenbach für Orgel 750 Euro, Kirchenstiftung Igenhausen für Krippe 250 Euro, Schule Hollenbach 400 Euro, Mutter-Kind-Gruppe Hollenbach 400 Euro, Kindergarten 250, Pfarrkirche Hollenbach, Hüpfburg Pfarrfest 297,50 Euro.

Die Verantwortlichen der Raiffeisenbank Rehling: (von links) Vorstand Georg Gschoßmann, Aufsichtsrat Stephan Haas, Aufsichtsratsvorsitzender Klaus Jakob, die weiteren Aufsichtsräte Karl Katzenschwanz und Philipp Hörmann, Vorstand Christian Baumeister. Foto: Markus Zwiener