Generalversammlung: Raiba Rehling steigert ihre Zahlen und kürzt Dividende

Genossenschaft erwirtschaftet positives Ergebnis und wappnet sich mit Agrarhandel und Neubauprojekt gegen Zinstal (Von Josef Abt – Aichacher Nachrichten)

Die Verantwortlichen der Raiffeisenbank Rehling: (von links) Vorstand Christian Baumeister, Aufsichtsratsvorsitzender Klaus Jakob, die Aufsichtsräte Stephan Haas (wiedergewählt), Karl Katzenschwanz, Vorstand Georg Gschossmann. Foto: Josef Abt

Die Raiffeisenbank Rehling sieht sich trotz schwieriger Rahmenbedingungen durch den Niedrigzins auf einem guten Weg. 2016 sei ein positives Ergebnis erwirtschaftet worden, so die Kernsaussage des Geschäftsberichts, der den Mitgliedern bei der Generalversammlung im Sportheim präsentiert wurde. Die Bilanzsumme stieg um 5,5 Prozent auf über 235 Millionen Euro. Fast ebenso wuchs das Kundenanlagevolumen (plus 5,3 Prozent) auf 239 Millionen Euro. Die Kundenkredite stiegen dank Bauboom um 9,4 Prozent auf 221 Millionen Euro. Die Zeiten der Rekord-Dividende für die Mitglieder sind dennoch vorbei. Diese lag seit 2001, also 16 Jahre lang, bei 6,5 Prozent. Das war in den vergangenen Jahren der höchste Satz in Bayern. Für 2016 ist die Ausschüttung auf fünf Prozent gesenkt und von den Mitgliedern auch ohne Gegenstimme gebilligt worden. Fünf Prozent auf die Geschäftsanteile (maximal 700 Euro je Mitglied) entsprechen 35 Euro vor Steuern.


Aufsichtsratsvorsitzender Klaus Jakob zeigte sich zufrieden mit dem Ergebnis. Er griff eingangs auch gleich eine Frage auf, mit der zuletzt die Verantwortlichen der Bank des Öfteren konfrontiert wurden. Konkret geht es um die Personalstärke in den beiden Geschäftsstellen. Die erscheint offenbar manchen Kunden als übertrieben und schlage bei den Kontoführungsgebühren durch, so die Kritik. Jakob betonte, dass die Raiba keineswegs einen Personalüberschuss vorweise – das Gegenteil sei der Fall: „Hier ist alles konzentriert zusammen. Die Abläufe der Bank profitieren von kurzen Wegen, und deshalb haben wir in unseren Häusern eine hohe Effizienz.“ Viele Arbeiten und Aufgaben würden selbst erledigt, die andere Banken gegen Bezahlung auslagern. Die Personalkosten seien im Vergleich zu anderen Kreditinstituten niedrig. Ziel sei, mit dem vorhandenen Personal auch künftig angestrebtes Wachstum zu bewältigen.


Vorstand Georg Gschossmann ging stichpunktartig auf die politischen und finanzpolitischen Ereignisse ein. In der Finanzbranche machen den Banken und Kunden verschiedene Themen weiter zu schaffen: das lang anhaltende Niedrigzinsniveau, hohe Kosten für die Regulatorik, erhöhte Eigenkapitalanforderungen und Digitalisierung. Lediglich den Kreditnehmern komme der Niedrigzins zugute. Der sei förderlich für Investitionen. Die Aussichten für die Banken seien dagegen nicht gerade rosig, warnte Gschossmann. Die Zinsspanne, also der Erlös aus dem Zinsabstand zwischen Ausleihungen und Einlagen, werde wohl weiter sinken, und dieser Trend bliebe über Jahre hinweg.


Die 3657 Genossenschaftsmitglieder halten ein Geschäftsguthaben von rund zwei Millionen Euro. Der Steueraufwand 2016 lag bei rund 800000 Euro. Davon geht rund 340000 Gewerbesteuern in die Gemeindekassen von Rehling und Hollenbach. Die Eigenkapitalausstattung einer Bank ist eine der wichtigsten Kennzahlen der Bankenaufsicht. Diese Summe setzt sich zusammen aus den Geschäftsanteilen der Kunden und den angesammelten Rücklagen. Aktuell liegt das Eigenkapital der Rehlinger Bank bei 25,8 Millionen Euro (11,1 Prozent der Bilanzsumme) und damit über dem bayerischen Raiba-Durchschnitt von 9,51 Prozent.


Neu bei der Raiffeisenbank Rehling ist die Online-Geschäftsstelle. Erfolgreich war letztes Jahr das Warengeschäft, ein wichtiges Geschäftsfeld. Ausführlich wurde auf die Einweihung des neuen Lagerhauses in Motzenhofen (Gemeinde Hollenbach) in der vergangenen Woche eingegangen (wir berichteten). Die Raiffeisen-Agrar-Zentrum Lech-Paar ist eine gemeinsame Tochter mit der Nachbar-Genossenschaft Aindling. Im Warengeschäft wurden 2016 trotz gesunkener Erzeugerpreise einschließlich Heizöl und Diesel ein Umsatz von 16,6 Millionen Euro erzielt. Im Lagerhaus im Rehlinger Ortsteil Oberach wurden über 25000 Tonnen Getreide umgeschlagen.


Vorstand Christian Baumeister ging speziell auf die strategische Ausrichtung der Bank im Hinblick auf die noch länger dauernde Niedrigzinsphase ein. Dazu gehörten gute Kreditgeschäfte, niedrige Personalkosten, Bindung zur Landwirtschaft im Waren- und Bankengeschäft durch das neue Agrarzentrum. Zudem beabsichtigt die Raiba den Neubau eines Mietobjektes für acht bis zwölf Wohnungen in Hollenbach. Konkret: Auf dem Areal des alten Lagerhauses und auf dem bereits erworbenen Nachbargrundstück. Investitionsvolumen: 1,5 bis 2 Millionen Euro. Geplant ist das Bauprojekt für 2018.